Von Rote-Beete.info · Zuletzt geprüft: Mai 2026 · Lesezeit: 10-12 Minuten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Viele Menschen interessieren sich deshalb dafür, wie sie ihr Herz im Alltag natürlich unterstützen können. Ein Lebensmittel, das in diesem Zusammenhang zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen rückt, ist die Rote Bete. In diesem Beitrag erfährst du, warum das Thema Rote Bete und Herzgesundheit so relevant ist, welche Mechanismen dahinterstecken und warum fermentiertes Saftkonzentrat eine besonders gut verträgliche Form ist.
Warum Herzgesundheit ein zentrales Thema bleibt
Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zählen in Deutschland weiterhin zu den häufigsten Todesursachen (1). Dazu gehören unter anderem Bluthochdruck, die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall. Viele dieser Erkrankungen entwickeln sich schleichend über viele Jahre und stehen in engem Zusammenhang mit dem Lebensstil. Besonders Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stress spielen dabei eine zentrale Rolle.

Das Endothel: zentrale Steuerzentrale unserer Blutgefäße
Das Endothel ist nicht nur eine einfache Auskleidung der Blutgefäße, sondern ein hochaktives Gewebe mit wichtigen Steuerfunktionen im Körper. Es reguliert unter anderem die Weite der Gefäße, beeinflusst die Blutgerinnung und ist an der Kontrolle von Entzündungsprozessen beteiligt.
Kommt es hier zu Funktionsstörungen, spricht man von einer endothelialen Dysfunktion. Diese gilt als ein früher und entscheidender Schritt in der Entstehung von Arteriosklerose, also der sogenannten Gefäßverkalkung.
Genau hier setzen ernährungsbezogene Ansätze an. Bestimmte Lebensmittel liefern bioaktive Inhaltsstoffe, die den Gefäßstoffwechsel beeinflussen können. Besonders im Fokus der Forschung stehen pflanzliche Nitratquellen. Kaum ein Lebensmittel wurde in diesem Zusammenhang so intensiv untersucht wie die Rote Bete.
Rote Bete: Vom klassischen Wintergemüse zum funktionellen Lebensmittel
Rote Bete war lange Zeit vor allem als traditionelles Gemüse bekannt. In den letzten Jahren hat sie jedoch zunehmend an Aufmerksamkeit als funktionelles Lebensmittel gewonnen. Ein wesentlicher Grund dafür ist ihr vergleichsweise hoher Gehalt an Nitrat.
Je nach Sorte und Anbaubedingungen enthält die Knolle etwa 250 bis 500 Milligramm anorganisches Nitrat pro 100 Gramm. Damit liegt sie deutlich über vielen anderen Gemüsesorten (2).
Wichtig ist dabei die Einordnung: Nitrat aus Gemüse wird ernährungsphysiologisch anders bewertet als Nitrat aus stark belastetem Trinkwasser oder aus verarbeitetem Fleisch wie gepökelten Produkten. In pflanzlichen Lebensmitteln ist es eingebettet in ein komplexes Zusammenspiel aus Antioxidantien, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen (3).

Der Mechanismus: vom Nitrat zum Stickstoffmonoxid
Die in der Roten Bete enthaltenen Nitrate werden zunächst im Mund durch bestimmte Bakterien zu Nitrit umgewandelt. Im weiteren Stoffwechsel entsteht daraus Stickstoffmonoxid (NO), ein körpereigenes Signalmolekül mit zentraler Bedeutung für die Regulation der Gefäße.
So wirkt Stickstoffmonoxid im Körper
- Entspannung der Gefäßmuskulatur
- Erweiterung der Blutgefäße
- Unterstützung der Durchblutung
- Beitrag zur Regulation des Blutdrucks
- Unterstützung der Endothelfunktion (4)
Vor diesem Hintergrund wird wissenschaftlich untersucht, ob eine regelmäßige Aufnahme nitratreicher Lebensmittel einen positiven Einfluss auf die Gefäßfunktion haben kann. Erste Studien mit Rote-Bete-Saft zeigen Hinweise auf mögliche günstige Effekte auf Blutdruckwerte und die Regulation der Gefäße

Was die Forschung zu Roter Bete und Herzgesundheit beobachtet
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Roter Bete im Kontext der Herz-Kreislauf-Gesundheit hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem drei zentrale Forschungsbereiche.
-
Im Bereich Blutdruck deuten Studien darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr von Rote-Bete-Saft den systolischen Blutdruck moderat senken kann. Die Ergebnisse variieren je nach Studienpopulation, wobei insbesondere Personen mit leicht erhöhten Ausgangswerten tendenziell stärker profitieren.
- moderate Senkung des systolischen Blutdrucks möglich
- stärkere Effekte bei erhöhten Ausgangswerten (5, 6)
-
Ein weiterer wichtiger Fokus liegt auf der Gefäßfunktion. Systematische Übersichtsarbeiten liefern Hinweise darauf, dass eine nitratreiche Ernährung die Endothelfunktion unterstützen kann. Als Messgröße wird häufig die flussvermittelte Vasodilatation verwendet, ein etablierter Marker für die Fähigkeit der Gefäße, sich anzupassen.
- mögliche Unterstützung der Endothelfunktion
- Verbesserung der Gefäßreaktivität in Untersuchungen beobachtet
- Messung häufig über flussvermittelte Vasodilatation (7)
-
Auch im Sport- und Belastungskontext wird Rote Bete intensiv untersucht. Erste Studien zeigen, dass das enthaltene Nitrat die Effizienz der Sauerstoffnutzung in der Muskulatur verbessern kann. Für das Herz bedeutet das indirekt eine geringere Belastung bei körperlicher Aktivität.
- effizientere Sauerstoffnutzung der Muskulatur möglich
- potenziell geringere kardiovaskuläre Belastung bei Belastung
- besonders relevant im Ausdauerbereich untersucht (8, 9)
Fermentiertes Rote-Bete-Saftkonzentrat als moderne Alternative
Eine zunehmend etablierte Form ist fermentiertes Rote-Bete-Saftkonzentrat. Dabei wird frischer Rote-Bete-Saft mithilfe von Milchsäurebakterien kontrolliert fermentiert. Dieser Prozess verändert die Zusammensetzung des Saftes, was ihn nicht nur konzentrierter macht, sowie besser verträglich.
Was die Fermentation bei Roter Bete bewirken kann
- Angenehmerer Geschmack: Die erdige Note tritt in den Hintergrund, während leicht süß-säuerliche Aromen stärker in den Vordergrund rücken.
- Reduzierter Oxalsäuregehalt: Bestimmte Milchsäurebakterien können Oxalat teilweise abbauen, wodurch fermentierte Varianten in der Regel weniger Oxalsäure enthalten als der Rohsaft (10)
- Gute Verträglichkeit im Alltag: Viele Menschen, die rohen Rote-Bete-Saft als schwer verdaulich empfinden, berichten bei fermentierten Varianten von einer besseren Verträglichkeit.

Tipps für die Anwendung im Alltag
- Auf Regelmäßigkeit achten: Die deutlichsten Effekte zeigen sich bei kontinuierlichem Verzehr über mehrere Wochen.
- Mit einer Mahlzeit einnehmen: Das fermentierte Konzentrat lässt sich gut zum Frühstück oder Mittagessen integrieren.
- Mundhygiene berücksichtigen: Antibakterielle Mundwasser direkt vor oder nach der Einnahme können den Umbau von Nitrat zu Nitrit hemmen, da daran Mundbakterien beteiligt sind.
- Geduld mitbringen: Erste Effekte sind teilweise schon nach Stunden messbar, stabile Veränderungen brauchen einige Wochen.
- Ausreichend trinken: Eine gute Flüssigkeitszufuhr unterstützt den Stoffwechsel und kann das Risiko für Oxalat-bezogene Beschwerden zusätzlich verringern.
Wichtiger Hinweis: Rote Bete ersetzt keine ärztliche Behandlung. Bei bestehendem Bluthochdruck, Nierenerkrankungen oder der Einnahme blutdrucksenkender Medikamente sollte die regelmäßige Einnahme mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
Fazit
Rote Bete verbindet ein klassisches Lebensmittel mit modernen Erkenntnissen aus der Gefäßforschung. Besonders relevant ist der Mechanismus über Nitrat und Stickstoffmonoxid, der die Gefäßfunktion unterstützen und sich positiv auf Blutdruck und Endothelfunktion auswirken kann, wie Studien nahelegen. In der Praxis spielen jedoch auch die Verträglichkeit und Alltagstauglichkeit eine Rolle. Roh oder als Saft kann Rote Bete durch Oxalsäure und Geschmack für manche Menschen weniger geeignet sein. Fermentierte Rote-Bete-Saftkonzentrate bieten hier eine gut verträgliche und einfache Alternative mit konzentrierter Wirkung und alltagstauglicher Dosierung.
Häufig gestellte Fragen
Rote Bete Herzgesundheit ist ein häufig untersuchtes Thema, da Rote Bete natürlicherweise Nitrat enthält. Dieses wird im Körper zu Stickstoffmonoxid umgewandelt und kann die Gefäßfunktion sowie die Durchblutung unterstützen.
Der Zusammenhang zwischen Rote Bete Herzgesundheit und Blutdruck wird in zahlreichen Studien untersucht. Hinweise deuten darauf hin, dass regelmäßiger Verzehr von Rote-Bete-Saft den systolischen Blutdruck moderat beeinflussen kann.
Für die mögliche Wirkung auf die Rote Bete Herzgesundheit spielt das enthaltene Nitrat eine wichtige Rolle. Es wird über Mundbakterien und Stoffwechselprozesse in Stickstoffmonoxid umgewandelt, das gefäßerweiternd wirken kann.
Fermentierte Produkte werden im Zusammenhang mit Rote Bete Herzgesundheit häufig genutzt, da sie oft besser verträglich sind und sich durch ihre konzentrierte Form leichter in den Alltag integrieren lassen.
Für mögliche Effekte auf die Rote Bete Herzgesundheit ist vor allem eine regelmäßige Aufnahme entscheidend. Viele Menschen integrieren Rote Bete als fermentiertes Saftkonzentrat oder als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.
Bei Rote Bete Herzgesundheit können einzelne Effekte bereits kurzfristig messbar sein. Veränderungen der Gefäßfunktion zeigen sich jedoch meist erst bei einer regelmäßigen Aufnahme über mehrere Wochen.
Quellen
- Robert-Koch-Institut. Herz-Kreislauf-Erkrankungen. RKI2024 15.06.2023 [Stand: 12.05.2026]. Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Koerperliche-Gesundheit/Herz-Kreislauf/herz-kreislauf-erkrankungen-node.html.
- Punia Bangar S, Sharma N, Sanwal N, Lorenzo JM, Sahu JK. Bioactive potential of beetroot (Beta vulgaris). Food Res Int 2022; 158:111556. doi: 10.1016/j.foodres.2022.111556.
- Bondonno CP, Pokharel P, Erichsen DW, Zhong L, Schullehner J, Kyrø C et al. Source-specific nitrate intake and incident dementia in the Danish Diet, Cancer and Health Study. Alzheimers Dement 2025; 21(12):e70995. doi: 10.1002/alz.70995.
- Lee E, Park H-Y, Sun Y, Choi J-H, Woo S, Cho S et al. Beetroot Juice and Exercise for Clinical Health and Athletic Performance: A Narrative Review. Nutrients 2026; 18(1). doi: 10.3390/nu18010151.
- He Y, Liu J, Cai H, Zhang J, Yi J, Niu Y et al. Effect of inorganic nitrate supplementation on blood pressure in older adults: A systematic review and meta-analysis. Nitric Oxide 2021; 113-114:13–22. doi: 10.1016/j.niox.2021.04.006.
- Benjamim CJR, Porto AA, Valenti VE, Da Sobrinho ACS, Garner DM, Gualano B et al. Nitrate Derived From Beetroot Juice Lowers Blood Pressure in Patients With Arterial Hypertension: A Systematic Review and Meta-Analysis. Frontiers in nutrition 2022; 9:823039. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35369064/.
- Bahrami LS, Arabi SM, Feizy Z, Rezvani R. The effect of beetroot inorganic nitrate supplementation on cardiovascular risk factors: A systematic review and meta-regression of randomized controlled trials. Nitric Oxide 2021; 115:8–22. doi: 10.1016/j.niox.2021.06.002.
- Coggan AR, Baranauskas MN, Hinrichs RJ, Liu Z, Carter SJ. Effect of dietary nitrate on human muscle power: a systematic review and individual participant data meta-analysis. J Int Soc Sports Nutr 2021; 18(1):66. doi: 10.1186/s12970-021-00463-z.
- Clements WT, Lee S-R, Bloomer RJ. Nitrate ingestion: a review of the health and physical performance effects. Nutrients 2014; 6(11):5224–64. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25412154/.
- Soliman NR, Effat BAM, Mehanna NS, Tawfik NF, Ibrahim MK. Activity of probiotics from food origin for oxalate degradation. Arch Microbiol 2021; 203(8):5017–28. doi: 10.1007/s00203-021-02484-3
.
